Bestands- und Potenzialanalyse
Der Wärmebedarf der Gemeinde Schenefeld beträgt rund 6 GWh/a und wird zu 33 % durch Erdgas und zu 40 % mit Heizöl gedeckt. Der regenerative Anteil liegt bei etwa 20 % und setzt sich aus einem Mix des biogasbetriebenen Wärmenetzes, der Verbrennung von fester Biomasse und der Nutzung von Wärmepumpen zusammen. Rund 40 % der dezentralen Heizungsanlagen sind älter als 20 Jahre und weisen ein entsprechendes Modernisierungspotenzial auf. Insgesamt werden jährlich 1.419 Tonnen CO2 durch die Wärmeversorgung in der Gemeinde Reher verursacht.
Energieträger zur Deckung des Wärmebedarfs (Quelle: Averdung Ingenieure & Berater GmbH)
Die Gemeinde Reher ist mit wenigen Ausnahmen flächendeckend an das Gasnetz angeschlossen. Im privaten Gebäudebestand wird zudem häufig Heizöl eingesetzt. Die Versorgungsbetriebe Schleswig-Holstein Netz AG (SH-Netz) betreiben sowohl das Gas- als auch das Stromnetz im Gemeindegebiet. Das Wärmenetz, betrieben von der Biogas Reher GmbH Co. KG, versorgt insgesamt 22 Hausanschlüsse sowie einige gewerblich genutzte Hallen. Die Versorgung erfolgt zu 100 % mit Biogas. Der erste Abschnitt des Netzes ist 2008 in Betrieb genommen worden und bis 2024 sukzessive erweitert worden. Im Jahr 2022 waren in der Gemeinde Reher acht Wärmepumpen installiert.
Der Gebäudebestand der Gemeinde Reher umfasst rund 300 beheizte Gebäude, die überwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden. Die vorherrschenden Gebäudetypologien sind das Einfamilien- und Doppelhaus. Die meisten Gebäude stammen aus der Zeit zwischen 1949 bis 1978, sodass rund 8 % der beheizten Nettogrundfläche nach Einführung der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet wurden. Der durchschnittliche spezifische Wärmebedarf liegt bei rund 92 kWh/m²a. In Verbindung mit dem Gebäudealter weist dies auf mäßig gedämmte Bestandsgebäude hin, die aber nach heutigen Standards nicht besonders energieeffizient sind.
Bis 2040 lässt sich bei einer angenommenen Sanierungsrate von 2,2 % (Zielszenario) eine Reduktion des Wärmebedarfs um etwa 10 % erreichen. Ein besonders hohes Effizienz- und Einsparpotenzial von bis zu 16 % bieten insbesondere die Gebiete im Westen an der Pulser Straße und östlich der Vierthstraße.
Für die dezentrale Wärmeversorgung wurde der Einsatz von Luft-Wärmepumpen als primäre Technologie bewertet. Aufgrund der geringen Bebauungsdichte ist eine flächendeckende Installation grundsätzlich möglich. Als alternative Wärmequelle für Wärmepumpen wurde zudem die Nutzung oberflächennaher Geothermie geprüft. Die Installation von Erdsonden ist im Gemeindegebiet möglich, wird jedoch durch ein Trinkwassergewinnungsgebiet unterhalb Rehers in der Tiefe bis ca. 120 Meter begrenzt. Vereinzelt können Biomasse-Heizsysteme Sinn ergeben sowie Kamine als Zusatzheizungen genutzt werden. Diese werden jedoch nicht als zentrales Versorgungspotenzial eingestuft.
Die Nutzung von Wasserstoff und Biomethan wird aufgrund erheblicher Kosten sowie Versorgungsunsicherheiten derzeit nicht als realistisch erschließbares Potenzial eingestuft.
Aufgrund der Sicherung der Versorgung des Wärmenetzes über die Abwärme der Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen der Biogas Reher GmbH & Co KG bis 2042 ist die regenerative Versorgung des Bestandsnetzes mittelfristig sichergestellt. Die vorhandene Abwärmemenge der Anlagen reicht theoretisch aus, um das gesamte Gemeindegebiet mit Wärme zu versorgen. Als Alternative für eine zukünftige Wärmenetzversorgung bei Außerbetriebnahme der Blockeheizkraftwerke ist die zentrale Luft-Wärmepumpe evaluiert worden. Diese könnte die bestehenden Anlagen perspektivisch ersetzen.